Vom 2. bis 5. Januar fand im Heiligenhof in Bad Kissingen die Unterfränkische Jugendeinzelmeisterschaft (UJEM) statt. Mit 101 Voranmeldungen startete das Organisationsteam in das neue Schachjahr – krankheitsbedingt reduzierte sich die Teilnehmerzahl schließlich auf 99 Spielerinnen und Spieler.
Trotz des Neuschnees, der in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar gefallen war, konnte das Turnier nahezu reibungslos beginnen. Lediglich eine kurze Verzögerung zum Start der ersten Runde war notwendig, danach lief der Spielbetrieb wie geplant. Die jungen Schachspielerinnen und -spieler zeigten sich bestens vorbereitet und lieferten sich über mehrere Tage hinweg konzentrierte und spannende Partien.
Auch abseits der Bretter war für beste Bedingungen gesorgt. Besonders positiv aufgenommen wurde der neue Speisesaal der Jugendherberge, in dem die Teilnehmer nach den anstrengenden Runden ihr Abendessen genießen konnten. In dem top modernen Ambiente herrschte eine ausgelassene Stimmung, und die Gespräche über verpasste Chancen, gelungene Kombinationen und kommende Runden gehörten ebenso dazu wie das gemeinsame Lachen.

Ein sportliches Highlight ereignete sich unerwartet in der 5. Runde: Die Partie zwischen Lenn Valentin Giegerich (SC Aschaffenburg) und Henry Tan (TG Schweinfurt) entwickelte sich zu einer wahren Ausdauerschlacht. Der Kampf begann um 14:30 Uhr, beide Nachwuchstalente spielten hochkonzentriert und hielten die Stellung über lange Zeit vollkommen ausgeglichen. Erst in der Zeitnotphase wendete sich das Blatt, und es entstand ein Endspiel, in dem sich Lenn Valentin mit einem Mehrläufer einen leichten Vorteil erarbeiten konnte. Doch diesen Vorteil in einen Sieg umzuwandeln erwies sich als äußerst mühevoll. Gegen 18 Uhr waren die Kräfte beider Spieler sichtlich erschöpft, und nach einem zähen, fairen Kampf einigten sie sich schließlich auf ein Remis. Wer hätte gedacht, dass die U12-Spieler bereits zu einer derart langen und intensiven Partie fähig sind?

Am Samstagabend stand die alljährliche Jugendversammlung auf dem Programm. Zuvor wurden die Pokale der Unterfränkischen Rapidserie 2024/2025 überreicht. Leider fanden nur wenige Gesamtsieger den Weg in den Versammlungssaal, sodass ein Teil der Pokale erst am darauffolgenden Spieltag nachgereicht werden konnte. Auch die Beteiligung der Vereine an der Versammlung blieb – ähnlich wie im Vorjahr – überschaubar. Dennoch entwickelten sich konstruktive Diskussionen zu verschiedenen Themen, deren Ergebnisse im Protokoll festgehalten wurden.
Ein ganz besonderes Highlight wartete am Sonntagabend auf die Teilnehmer: das traditionelle Tandem-Blitzturnier. Mit 13 Mannschaften war das Turnier hervorragend besetzt. Um den Spaßfaktor weiter zu erhöhen, durften die Teams aus Kindern und Betreuern bestehen – eine Kombination, die für viel Gelächter, Emotionen und spektakuläre Züge sorgte.
Natürlich gingen auch die Titelverteidiger des letzten Tandem-Turniers, das Team „Der blaue Turm“, erneut an den Start. In der Besetzung Sebastian Jadron, David Mehling, Sebastian Mehling und Jakub Jadron wollten sie ihren Titel verteidigen und hatten für das Spektakel sogar eigene Trikots mit einem blauen Turm anfertigen lassen. Auch das Team „Blaues Türmchen“ erschien in eigens gestalteten Trikots – mit viel Leidenschaft und Kreativität von Monika Jadron gefertigt. Das Betreuer-Team der Stettener ging mit dem Namen „Blaue Ruine“ an den Start.


Leider konnte die Schönheit der Trikots des „Blauen Turms“ am Ende nicht ganz zum Turniersieg beitragen. In einem spektakulären Stichkampf mussten sich die Titelverteidiger dem stark aufspielenden Team „Die HogRider“ geschlagen geben. Dieses Team, bestehend aus Supreeth Reddy Muddam, Linus Schalkhäuser, Fredrik Nidermaier und Hannes Dütsch, sicherte sich verdient den Turniersieg.
Den dritten Platz belegte das Tandem-Team XYZ mit Katharina Senft, Jakob Roth, Jürgen Müller und Michael Frey, das ebenfalls mit viel Einsatz und Spielfreude überzeugte.
Am 5. Januar wurden schließlich die Siegerinnen und Sieger der Unterfränkischen Jugendeinzelmeisterschaft gekürt. Nach mehreren intensiven Turniertagen mit hochklassigem Schach, fairen Partien und großem sportlichen Ehrgeiz konnten sich die besten Spielerinnen und Spieler ihrer Altersklassen über Titel, Pokale und die Qualifikation für die Bayerische Jugendeinzelmeisterschaften freuen. Jeweils die Besten zwei Spieler ihrer jeweiligen Altersklasse (U8 bis U18) haben sich für die Bayerische Jugendeinzelmeisterschaft qualifiziert. Bei den Mädchen die Beste Spielerin ihrer Altersklasse (U10w bis U18w). Bei der Siegerehrung der jüngeren Altersklassen am 5. Januar wurde in der Altersklasse U12 noch ein ganz besonderer Preis vergeben: der Fair-Play-Preis. Dieser wurde vom 2. Vorsitzenden des USV – Jürgen Müller – gestiftet. Der Preis wurde an Valentin Enzmann (Spvgg Stetten) verliehen, der in der letzten Runde ein außergewöhnlich sportliches Verhalten zeigte. In einer entscheidenden Situation griff die Regel „berührt – geführt“. Valentin hatte eine Figur berührt und musste diese ziehen, was nicht nur zum Verlust seiner Dame, sondern letztlich auch zur Niederlage führte. Für ihn war es jedoch selbstverständlich, nach der Reklamation seiner Gegnerin den Fehler einzugestehen und seinen König regelkonform auf das Verlustfeld zu führen. Chapeau für dieses vorbildlich faire Verhalten.


In der Altersklasse U8 setzte sich Toni Holzapfel (SC Stockstadt) mit 6,5 Punkten an die Spitze. Dicht gefolgt von Tamerlan Aslanli (SC Aschaffenburg) mit 6 Punkten und Tommy Nguyen (SC Aschaffenburg) mit 5,5 Punkten. In der U8w erhielt Emma Hampf den Pokal für den 1. Rang, vor Anna Buhleier (SC Stockstadt) und Helen Nguyen (SC Aschaffenburg). In der Altersklasse U10 erreichte Vitus Siegel (SV Würzburg) den 1. Platz vor David Eisenmann (TSV Lengfeld) und Konstantin Hampf (SK Schweinfurt 2000). Anastasiia Salomatina (SC Bad Königshofen) erhielt den Pokal für den 1. Platz der U10w. Den 2. Platz bei den Mädchen erreichte Marina Hristova (SC Aschaffenburg). Auf dem 3. Platz landte Stella Snover (SC Aschaffenburg). Die U12 war mit 28 Teilnehmern das größte Teilnehmerfeld der UJEM. Ganz an die Spitze setzte sich Julia Szentesi (SC Aschaffenburg) und ließ damit auch die Jungs alle hinter sich. Julia Szentesi erhielt den Pokal für das Beste Mädchen. Auf dem 2. Platz der Mädchen landete Lanna-Lena Sandt (SV Germania Erlenbach) die ebenfalls einen guten 8. Platz in der Gesamtwertung erreichte. Der 3. Pokal in der U12w wurde an Emiliia Klinina (SC Bad Königshofen) überreicht. Bei den Jungs war es ein ganz enges Rennen um das Podium. Gleich fünf Teilnehmer erreichten 5 Punkte, sodass über die ersten drei Plätze lediglich die Feinwertung den Ausschlag gab. Tim Buhleier (SC Stockstadt) erhielt mit 5 Punkten und der höchsten Feinwertung den Pokal für den Sieger in der U12, dicht gefolgt von Luis Leja (SK Schweinfurt 2000) und Henry Tan (TG Schweinfurt).

In der Altersklasse U14 führte nach 7 Runden Tim Riedel (SC Aschaffenburg) das Teilnehmerfeld an und wurde Sieger. Den 2. Platz belegte Samuel Hild (DT Münnerstadt), dich gefolgt von Maximilian Frey (SC Aschaffenburg). Bei den Mädchen ging der 1. Platz an Sofiia Burkot (SK Klingenberg), der 2. Platz an Linda Markert (SK Bad Neustadt) und der 3. Platz an Marie-Eleni Schaab (TSV Lengfeld). In der U16 erkämpfte sich Sebastian Jadron (Spvgg Stetten) den Pokal für den 1. Platz. Hannes Dütsch landete auf dem 2. Platz, dicht gefolgt von LInus Wolpert (Sportbund Versbach), der den Pokal für den 3. Platz erhielt. Bei den Mädchen war der erste Platz hart umkämpft. Dank der besseren Feinwertung konnte Franziska Wambach (SK Klingenberg) den Pokal für den 1. Platz mit nach Hause nehmen. Ebenfalls 3,5 Punkte und den 2. Platz erreichte Anna Bilogolovko (SC Bad Königshofen). Auch in der ältesten Altersklasse blieb es spannend bis zum Schluss. Schließlich konnte sich Roy Bachmann (SV Volkersbrunn) mit einem halben Punkt Vorsprung auf seine Verfolger Linus Schalkhäuser (SK Schweinfurt 2000) und Anton Häring (SV Würzburg) durchsetzen. In der U18w holte Nelly Kaminski (SC Aschaffenburg) den Sieg. Willie Stettler (SV Erlenbach) erhielt den Pokal für den 2. Platz. Johanna Saam landete auf dem 3. Platz bei den Frauen.

































