Vom 25. bis 27. Juli fand auf dem Zeltplatz Gut Erlasee das erste Schachcamp der Unterfränkischen Schachjugend (USJ) statt – ein Wochenende voller spannender Partien, neuer Erfahrungen und unvergesslicher Momente. Initiiert wurde das Camp von der USJ und mit viel Herzblut von den beiden Vorsitzenden Katharina Senft und Marcia Stauch organisiert. Insgesamt 15 schachbegeisterte Kinder nahmen an dem dreitägigen Event teil, das trotz wechselhaften Wetters zu einem vollen Erfolg wurde.

Freitag: Ankommen und erstes Eintauchen ins Schach

Am Freitagnachmittag reisten die Teilnehmenden zwischen 14 und 16 Uhr auf dem Zeltplatz an. Gemeinsam mit ihren Eltern wurden die Zelte aufgebaut, bevor am Abend die erste Schachlerneinheit auf dem Programm stand. Trainerin Jana Bardorz stellte spannende Taktiken des bekannten Schachprofis Hikaru Nakamura vor – die Kinder knobelten begeistert an den Aufgaben.

Abends wurde gegrillt – und danach zog es alle ans Lagerfeuer, das sich schnell zum Mittelpunkt des Camps entwickelte: Es brannte nicht nur bis tief in den Abend, sondern trotzte sogar Wind und Regen, spendete Wärme, Licht und vor allem jede Menge Freude. Beim Stockbrot grillen, Geschichten erzählen und Lachen war die Gemeinschaft besonders spürbar.

Stockbrot am Lagerfeuer

Samstag: Mentale Stärke – das unsichtbare Schachbrett

Der Samstag war vollgepackt mit Höhepunkten – allen voran das Mentaltraining mit Gabi Berwian, das sich als Schlüsselerlebnis des Wochenendes herausstellte. In zwei Gruppen erlebten die Kinder einen Workshop, der ihnen zeigte, wie entscheidend mentale Stärke im Schach – und darüber hinaus – ist.

Gabi Berwian, ausgebildete Resilienz- und Selbstbehauptungstrainerin, vermittelte anhand praktischer Beispiele, wie Gedanken unsere Wahrnehmung, unsere Konzentration und unser Verhalten beeinflussen. Mit einem eigens erstellten Workbook arbeitete sie mit den Kindern an Themen wie:

  • Wie setze ich mir Ziele – und wie überwinde ich Hindernisse?
  • Wie gehe ich mit Fehlern und Kritik um?
  • Welche Gedanken fördern meine Leistung – und welche blockieren sie?
  • Wie gewinne ich Energie zurück, um konzentriert spielen zu können?

Zwischendurch sorgten Bewegungsspiele für die nötige Auflockerung und verknüpften Körper und Geist – eine wichtige Fähigkeit für langes Denken am Brett. Einfache Entspannungsübungen für stressige Spielsituationen und eine Gehirnjogging-Einheit mit selbst gebasteltem Ball rundeten den Workshop ab.

Die Rückmeldungen der Kinder sprachen für sich: Der Workshop war spannend, praxisnah und hat ihnen geholfen, sich selbst besser zu verstehen. Aus Sicht der Jugendleiter war das Mentaltraining ein zentraler Baustein für das Camp – denn im Schach entscheidet nicht nur das Wissen, sondern oft der Kopf über Sieg oder Niederlage.

Abwechslungsreiches Schachtraining, Turnier und Spielspaß

Neben dem Mentaltraining stand natürlich auch das klassische Schach im Mittelpunkt. Am Samstagvormittag beschäftigte sich Jana Bardorz mit Remisverteidigung im Endspiel, am Nachmittag zeigte Niklas Orf spektakuläre Partien, in denen Spieler zu früh aufgegeben hatten – eine gelungene Verbindung zur vorherigen Mentalarbeit.

Am frühen Abend übernahmen die beiden Nachwuchstalente Linus Schalkhäuser und Felix Partsch vom SK Schweinfurt 2000 das Kommando: Sie organisierten ein abwechslungsreiches Schachvarianten-Turnier mit kreativen Spielideen, das bei allen Teilnehmern hervorragend ankam. Zum Abendessen wurde gemeinsam Pizza gegessen – ein wohlverdienter Genuss nach einem intensiven Tag.

Auch in den Pausen kam der Spaß nicht zu kurz: Die Kinder hatten ausreichend Zeit, sich auszutoben und einfach mal Kinder sein zu dürfen. Dafür stand die Spielebox der Deutschen Schachjugend mit Bällen, Springseilen und allerhand Outdoor-Spielzeug zur Verfügung. Besonders bei der Schnitzeljagd konnten sie sich mal so richtig auspowern. Wer es etwas ruhiger mochte, hatte außerdem die Möglichkeit, kreativ zu werden und eigene Figurenanhänger zu basteln.

Sonntag: Abschied und letzte Impulse

Der letzte Camp-Tag begann mit einer weiteren Trainingseinheit zur Verteidigung im Schach. Danach folgte noch eine gemeinsame Partie Laufschach, bei der nach jedem Zug die Spieler durchwechseln – Chaos, Bewegung und Spaß in einem! Beim anschließenden Zeltabbau halfen die Eltern fleißig mit.

Gemeinschaft, Entwicklung und jede Menge Spaß

Ob am Schachbrett, beim Basteln, Toben oder am Lagerfeuer – das Camp bot nicht nur schachliche Weiterbildung, sondern auch wertvolle Erfahrungen fürs Leben. Die Kinder lernten, wie wichtig mentale Stärke, Teamgeist und Selbstvertrauen sind – Fähigkeiten, die nicht nur am Schachbrett, sondern auch im Alltag zählen.

Neue Freundschaften wurden geschlossen, Handynummern ausgetauscht, gegenseitige Unterstützung war selbstverständlich.

Ein besonderer Dank geht an die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer: Jana Bardorz, Niklas Orf, Linus Schalkhäuser und Felix Partsch – ohne ihren Einsatz wäre dieses tolle Wochenende nicht möglich gewesen.

Trotz des durchwachsenen Wetters hatten alle Kinder großen Spaß. Sie sind nicht nur im Schach gewachsen, sondern haben auch gelernt, mit Herausforderungen umzugehen, aufeinander zu achten und sich selbst mehr zuzutrauen. Das erste Schachcamp der USJ war ein voller Erfolg – und hoffentlich nicht das letzte seiner Art!

Von Katharina